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Lebende Bücher - movables - libri animati - livres animés
Die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ist schließlich der Beginn einer Verlagstätigkeit mit größeren Auflagen. Um 1860 veröffentlicht der Londoner Verlag Dean & Son die sogenannten Scenic Books, die nach dem Prinzip der Guckkastenbücher gestaltet sind. Der Verlag legt bis 1900 circa fünfzig Titel auf und beansprucht damit, der originator of children's movable books, also der Erfinder beweglicher Kinderbücher zu sein, in denen Figuren im Einklang mit den im Buch beschriebenen Geschichten bewegt werden können.
Dean führt auch sogenannte Jalousienbilder in die Welt der bewegbaren Bücher ein. Zwei auf einer Seite übereinander liegende Bilder warenderart miteinander verbunden, daß ein Bild durch das Ziehen einer Lasche nach und nach verdeckt wird und entsprechend den Blick auf das darunter liegende Bild freigibt. Damit konnten nunmehr Szenen dargestellt werden, deren Wandlung sich dem Betrachter als Bildfolge darstellt und damit dem späteren Trickfilm schon recht nahe kommt.
In etwa zeitgleich veröffentlichen die Londoner Firmen Read sowie Ward & Lock eine beträchtliche Anzahl der nun so genannten movable books.
Um 1870 gründet der aus Deutschland stammende Raphael Tuck mit seinen Söhnen in London den Verlag Tuck & Sons, der sich auf die Herstellung von gehobenen Druckerzeugnissen spezialisiert. Dazu zählen neben Geschenkpapieren, Papierpuppen und Puzzeln auch Kinderbücher. In der Reihe Father Tuck's Mechanical Series sind alle zur damaligen Zeit bekannten Bewegungselemente vereint. Seine Bücher enthalten dreidimensionale Kulissen und Bilder, die durch das Ziehen eines Papierstreifens verändert werden können. Entworfen wurden die Bücher in London, wo Tuck einen eigenen Mitarbeiterstab mit dem Entwurf und der Edition der Bücher betraute. Zeichen dieser zunehmenden Spezialisierung und Professionalisierung des Verlagswesens war, daß der Druck dieser Bücher in Deutschland erfolgte, das zu dieser Zeit über die fortschrittlichste Drucktechnik zur Herstellung hochwertiger Farbdrucke verfügte, die die bis dahin übliche aufwendige Handkolorierung ablöste.
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